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Die experimentielle Phase der Dialyse |
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John Jacob Abel, Leonhard G. Rowntree und B. B. Turner
Die extrakorporale Hämodialyse
geht auf Abel, Rowntree und Turner zurück. Das erste Membranenmaterial war Kollodium:
bereits 1895 wurde Kollodium von A. Eulenburg beschrieben, als sirupartige Flüssigkeit,
die nach dem Trocknen einen porösen Film bildet. Aus Blutegelköpfen gewann man Hirudin
und damit ungerinnbar gemachtes Blut floß durch die Kollodium-Röhrchen, die von einem
Glasbehälter mit 0,6 % Kochsalzlösung umschlossen waren. Sie prägten für ihr Gerät
den Ausdruck Künstliche Niere".
Erste künstliche Niere
Mit diesem Gerät wurde zum ersten Mal das zirkulierende Blut eines Versuchstieres (Kaninchen)
dialysiert. Die Größe der Dialysefläche konnte je nach Bedarf variiert werden. Ein System
von z. B. 32 Röhren hatte eine Oberfläche von 3,2 qm und ein Füllvolumen von ca. 800 ml.
Von Hess und McGuigen benutzten 1914 die Abelsche Apparatur zu Untersuchungen des Zuckerstoffwechsels und machten dabei eine, für die Dialyse heute noch wichtige Entdeckung. Sie beobachteten, daß die Effektivität der Dialyse durch Bewegung der Spülflüssigkeit zunahm. Die leicht zerbrechlichen Kollodium-Röhrchen suchten dann Love 1920 durch Därme von Kleintieren, van der Heyde und Morse 1921 durch Fischblasen und Necheles 1923 durch Goldschlägerhaut zu ersetzen. Über eine, für die Dialyse bahnbrechende Entdeckung, berichtet W.H. Howell 1918/19. Es handelte sich in diesem Bericht um eine Substanz, die zunächst als Antiprothrombin und später als Heparin bezeichnet wurde. 1926 benutzten Lim und Necheles zu ihren Dialyseversuchen dann erstmals Heparin.
Dr. Georg Haas (1886-1971)
Unabhängig und zunächst ohne Kenntnis
der anderen Autoren, hatte sich Dr. Georg Haas in Gießen schon seit 1914 mit ersten
Dialyseversuchen beschäftigt. Er experimentierte mit Hunden unterschiedlicher Größe, um
die Verträglichkeit der Dialyse und vor allem die Verträglichkeit und benötigte Menge
der verschiedenen Hirudinpräparate zu testen. Nach vergeblichen Versuchen mit anderen
Membranen (Schilfmembranen, Kalbsperitoneum und Papiermembranen) benutzte er dann,
aufgrund der Erfahrungen von Abel und Mitarbeitern, ebenfalls Kollodium. 1924 führte er
mit seiner Apparatur und einem verbesserten Hirudin-Präparat erstmals eine extrakorporale
Hämodialyse am Menschen durch. Die Dialysezeit betrug 15 Min. Diese kurze Behandlungszeit
war geplant, um die Reaktion des menschlichen Organismus auf diesen Eingriff
abschätzen zu können.
Weitere Behandlungen nahm Dr. Haas zwischen 1925-1928
vor. Obwohl keiner seiner Patienten überlebte, kann man nicht von erfolglosen Dialysen
sprechen. Er konnte nachweisen, daß er in der Lage war, während einer 6-stündigen
Dialyse mehr Harnstoff aus dem Blut zu entfernen, als der Körper in 24 Stunden
nachbilden konnte. Das Befinden der Patienten besserte sich unter der Behandlung und
der Blutdruck ging auf Normalwerte zurück. Außerordentlich wichtig war seine Entdeckung,
daß es mit dieser Behandlungsmethode auch möglich war, Wasser aus dem Körper zu
entfernen.
Seine Probleme waren, wie noch lange Zeit für nachfolgende Forscher, der nicht mehrfach zu benutzende Gefäßzugang (Glaskanülen) und das toxische Hirudin als Antikoagulans, obwohl das Heparin bereits entdeckt war. Nach 1928 führte Haas keine Dialysen mehr durch und setzte seine vielversprechende Arbeit nicht fort. So blieb es auch in den 30er Jahren trotz aller Bemühungen vorerst nur bei der konservativen Therapie, die von Autoren so beschrieben wurde:
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